Blaues von der Waterkant // Ahoi Marie

18. November 2018

Über die Liebe zum Hafen, hübsches blau-weißes Porzellan und was das alles mit dem schmucken Label namens Ahoi Marie zu tun hat!

Bootshaus Hafen von Ahoi Marie

Ich mag den Norden, die See und den Hafen. Das kann jetzt natürlich mit meinem Studiums-Aufenthalt in Hamburg zu tun haben. Andererseits hat es mich irgendwie in die Hanse-Stadt gezogen. Ich musste da einfach mal hin und blieb dann auch ein bisschen. Im Herzen bin ich dort aber festgewachsen. Jedes Jahr geht es (wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt) nach Hamburg um liebe Leute zu treffen und meist muss ich vorher aber noch zum Hafen. S-Bahn Station: Landungsbrücken um genauer zu sein. Das ist so ein Ort, den ich mit Freiheit und Abenteuer verbinde. Leute ziehen los um sich ins Unbekannte zu stürzen, während andere wieder nach Hause kommen und den lieben Bekannten in die Arme fallen. Die einen prägt der Abschiedsschmerz, die anderen freuen sich auf das was da so kommen mag. Allerdings kann so ein echtes Seemannsleben auch alles andere als romantisch sein. Wenn die Wellen unerbittlich zuschlagen und man sich vorkommt wie in einer Nussschale, dann ist ganz schnell Schluss mit lustig. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass ein Leben auf hoher See auch irgendwie süchtig machen kann. Ein eingeschworenes Team frei nach dem Motto: "Einer für alle, alle für Einen", die Gemeinschaft an Board, gemeinsam schwere Zeiten durchstehen - das schweißt zusammen. Bestimmt ist das nicht für jeden was, aber für manche ist das sowas wie eine Bestimmung. 

Du wirst die Welt niemals richtig genießen, bis nicht das Meer durch Deine Adern fließt, dich der Himmel zudeckt und die Sterne Dich krönen. 

Thomas Traherne

Allerdings glaube ich kaum, dass ich seefest bin ;) Daran würde es sicher schon mal scheitern... Aber eine obligatorische Hafenrundfahrt - aber bitte nur mit Speicherstadt - muss es dennoch oft sein. Das ist natürlich kein Vergleich zur hohen See und eher für Arme, aber ich mag es trotzdem sehr. Genau deswegen finde ich auch das Label Ahoi Marie so toll. Da wimmelt es nur so von maritimen Motiven, die Geschichten über Seemänner und Piratenbräute erzählen. Mal sehr verspielt und dann wieder mit sehr klaren Mustern. Das alles ist in blau-weiß gehalten und einfach super hübsch! Meine erste Tasse habe ich von meiner besten Freundin zum Geburtstag bekommen. Das ist nun schon ein paar Jährchen her. Seitdem habe ich meine Ahoi Marie Schiffsbecher Sammlung um einige Motive erweitert und freue mich jedes Mal riesig wenn diese auf dem Kaffeetisch stehen. Das bringt den Norden direkt zu mir auf den Küchentisch. Zudem steht bei jedem Hamburg-Besuch immer auch ein Besuch in der Bootshaus Kombüse an - "dem maritimen Speiseraum für Mittagstischmatrosen und Kaffeenixen aus aller Welt". Da müsst Ihr hin - super lecker! Aber vorher solltet Ihr Euch noch die hübschen Produkte aus der Ahoi Marie Familie ankucken und wie immer hab ich den Gründer ein bisschen befragt. Viel Spaß dabei und Ahoi!


Interview mit Hauke Neumann von Ahoi Marie

Portrait Hauke Neumann

Was wolltest Du als Kind werden wenn Du groß bist und warum?

Als Kind wechseln die Berufswünsche ja öfter. Eine Zeitlang wollte ich Zirkusdirektor werden. Ich bin froh das daraus nichts geworden ist, das ist ja alles nicht mehr politisch korrekt.

Du bist ja ein Küstenkind. Waren oder sind Verwandte Seefahrer? Wie stellst Du Dir das Leben so auf hoher See vor?

Mütterlicherseits haben wir einige Seefahrer in der Familie. Mein Opa und mein Onkel sind beider zur See gefahren und ich führe die maritime Familientradition auf andere Weise fort.

Wer ist eigentlich diese Ahoi Marie ;)? Oder wie kam es zu dem Label-Namen?

Ich habe das Label ja mit meiner Ex-Freundin gegründet und wir haben 2006 in Hamburg-Ottensen nicht weit vom Hafen gewohnt. Zur damaligen Zeit fuhr gefühlt jedes Wochenende die Queen Mary in den Hafen ein und hat alle Hamburger mit ihrem getute begrüßt. Wenn wir auf dem Balkon gefrühstückt haben, haben wir sie irgendwann nur noch mit „Ahoi Marie“ begrüßt. Das ist hängen geblieben, als es an die Namensfindung für das Label ging.

Zu Beginn hast Du ja T-Shirts produziert und dann bist Du bei den coolen maritimen Porzellantassen gelandet, die ja einen großen Teil der jetzigen Produktflotte ausmachen. Wie kams dazu?

Ich bin tatsächlich im T-Shirt Business gestartet und habe quasi eine Siebdruckwerkstatt im Schlafzimmer betrieben. Das lief aber alles neben Studium und Arbeit ab und ziemlich unter dem Radar der Öffentlichkeit. Wir haben damals schon gemerkt das das T-Shirt Business hart umkämpft war und ohne viel Zeit und Geld wurden wir da nichts. Da haben wir überlegt welche Produkte noch nicht so ausgelutscht waren und sind auf Porzellan bzw. Porzellanbecher gekommen. Damals gab es nur China Ware mit Hamburg Logo drauf, die du für ein paar Euro an den Landungsbrücken bekamst. Da haben wir gedacht, das geht doch auch schicker. Vernünftige Becher mit schickem Design und das lief von Anfang an ganz gut.

Die Ahoi-Marie-Motive entstehen ja in Zusammenarbeit mit anderen Designern, richtig? Nach welchen Gesichtspunkten suchst Du diese aus?

Genau, wir haben den Anspruch mit verschiedenen Designern zu Arbeiten, um auch verschiedene Stile anzubieten. Das ist meistens Freundeskreis oder erweiterter Freundeskreis und geht nach Hören-sagen und persönlicher Sympathie.

Wie kommen die Motive auf die Tasse? Ist das alles Handarbeit?

Wir produzieren im keramischen Siebdruck, was bedeutet das wir das Design bei einer Spezialdruckerei bestellen und dann per Hand auf unser Porzellan bringen und dann in unserer Werkstatt im Brennofen einbrennen. Jeder Becher geht also mehrmals durch unsere Hände bevor er im Regal steht.

Die Ahoi-Marie Tassen eignen sich ja perfekt für den maritimen Kaffeeklatsch. Welcher Kuchen darf bei Deiner perfekten Tafel nicht fehlen und warum?

Allzu viel Kuchen steht gar nicht auf meinem Speiseplan, aber gegen einen gut gemachten gedeckten Apfelkuchen gibt es nichts einzuwenden;)

Was ist Dein aktuelles Lieblings-Ahoi-Marie-Produkt und warum?

Mein Lieblingsprodukt ist immer noch ein Becherpaar, und zwar die Ober- und Unterwasserwelt. Ineinander gesteckt gehen die Motive ineinander über und ich finde die Idee immer noch super. Außerdem liebe ich meinen limitierten 10-Jahre Jubiläumsbecher, der schon lange ausverkauft ist und von dem ich auch nur noch ein Exemplar haben. Wenn der mal kaputt geht wird das ein grauer Tag werden.

Frühaufsteher oder Morgenmuffel? Wann stehst Du morgens auf und wie verläuft ein normaler Wochentag bei Dir so?

Ich bin eher Frühaufsteher und mein Tag beginnt meistens schon vor 6h. Das finde ich aber ganz angenehm, dann habe ich bevor meine Mädels aufstehen noch eine Stunde Zeit für Kaffeetrinken, Emails beantworten und aus dem Fenster starren. Ab 8h geht es dann meistens aus dem Haus, entweder in die Produktion oder in den Laden, selten auch mal ein Homeoffice Tag. An drei Tagen bin ich aber auch schon um 14.30h wieder zu Hause, da ich meine Tochter von der Kita abhole. Eigentlich bin ich relativ flexibel bei allem, was ja auch das Schöne an der Selbstständigkeit ist. Das Blöde ist das die Arbeit trotzdem getan werden muss;)

Du darfst Dich mit einer berühmten Persönlichkeit (lebendig oder tot) zum Kaffeeklatsch verabreden. Wen suchst Du Dir aus und warum?

Schwierige Frage. Held meiner Jugend war Joe Strummer, der Sänger von The Clash, das fände ich gut. Mittlerweile habe ich mich aber aller Idole entledigt, was wohl am Alter liegt. 

Du bist ja schon ein alter Hase im Geschäft. Das Label wurde ja schon 2006 gegründet. Gab es Zeiten wo Du Dir dachtest "Ich häng die Sache an den Nagel - das macht keinen Sinn"? Oder warst Du immer frohen Mutes? Erzähl mal!

Die Gedanken habe durchaus öfter. Irgendwann stellt sich ja bei allem Routine ein und jeden Monat von neuem versuchen seine Produkte loszuschlagen, kann auch sehr erschöpfend sein. Man hat ja immer im Hinterkopf das ab morgen kein Mensch mehr maritime Tassen haben will. Das Gute ist aber ja das man die Zügel selber in der Hand hat und Dinge ändern kann, die nicht mehr so gut laufen oder auf die man keine Lust hat. Der größte Erfolg meiner Selbständigkeit ist ja eigentlich die Errungenschaft meine Vorstellung von Selbstbestimmten Arbeiten zu verwirklichen und das ist eigentlich auch mein größter Antrieb.

Welche Zukunfts-Pläne gibt es für Ahoi Marie? Plauder doch bisschen aus dem Nähkästchen :)

Dieses Jahr habe ich tatsächlich viel darüber nachgedacht wohin die Reise geht. Stillstand darf ja nicht sein. Ich werde versuchen mehr Wert auf das Thema Produktentwicklung zu legen. Das macht mir fast am meisten Spaß und da wollen noch ein bisschen feiner werden. Wir werden vielleicht noch mehr mit limitierten Serien arbeiten, neue Produkte entwickeln und auch das Thema Verpackungsdesign mal auf die Agenda setzen. Das ist bisher nie groß in den Fokus gerückt. Und 1-2 Projekte stecken auch noch in der Pipeline, da möchte ich aber nicht zu viel verraten. 2019 wird auf jeden Fall spannend ;)


Wo bekommt man die maritimen blau-weißen Produkte von Ahoi Marie?

Hauke hat einen tollen Online-Shop wo Ihr alles Mögliche von seinem schmucken Label Ahoi Marie bekommt: Becher, Tassen, Schalen, Teller, Salz- und Pfefferstreuer, Tassen und Schalen aus Emaille, Gläser, Taschen / Seesäcke, Garderoben, Papierprodukte, Kaffee, Espresse, Lakritz und immer wieder mal Vintage Geschirr. Wer jetzt hier nicht fündig wird - puh dann weiß ich ehrlich gesagt auch nicht weiter ;)

Schlusswort

Leute - Weihnachten steht schon halb vor der Tür und wer sich Stress sparen will, der sollte schon langsam mal überlegen wer denn was genau bekommen könnte. Mit den schicken Produkten von Ahoi Marie punktet Ihr auf jeden Fall ordentlich! Und falls Ihr mal in Hamburg seid, dann kuckt doch mal in der Boothaus Kombüse vorbei und sucht Euch was Leckeres von der Mittagskarte! Direkt um die Ecke findet Ihr den Boothaus Hafen wo Ihr alle Produkte direkt vor Ort - offline sozusagen - kaufen könnt. 

Seid Ihr eher See- oder Landratten? Mögt Ihr den Hafen auch so gerne wie ich?

Liebe Grüße
Kerstin


Photo Credit: Ahoi Marie

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