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Liebe Grüße Kerstin

Ich häng mir schickes Porzellan an die Wand // Frau Ines

26. August 2018

Über hübsches Porzellan, Tattoos, einen Faible für den "Dia de los Muertos" und was das alles mit dem coolen Label Frau Ines zu tun hat.

Porzellan Wand von Frau Ines

Ich mag hübsches Porzellan. Dabei muss es nicht so oldschoolmäßig gleich eine ganze Garnitur sein. Ein Alltagsgeschirr mit großen, kleinen und tiefen Tellern reicht für meinen Geschmack vollkommen aus. Ansonsten kaufe ich supergerne Becher und Teller getrennt voneinander. Das mag jetzt kombinationstechnisch vielleicht nicht besonders schlau sein, aber das fördert das kreative Geschick ;) Zudem gibt es einfach oft gar nicht das passende Gegenstück, sondern das Porzellan kommt als Einzelstück daher. An vielen davon hängen Erinnerungen an Personen, Orte oder Erlebnisse. Und vorm Tee trinken (ja, ich habe dem Kaffee seit einiger Zeit abgeschworen) hab ich dann die Qual der Wahl welche tolle Tasse es heute wohl sein darf. Das gleiche Prozedere gibt es dann bei der Wahl des Kuchentellers. Wenn es irgendwo in meinen Augen besonderes Porzellan gibt, dann ist es für mich meist sehr schwer nichts davon zu kaufen.

Teller und Tassen kann Frau nie genug haben.

Kerstin von Oh Jaja

Zudem kann man Teller auch noch anderweitig benutzen als davon Leckeres zu verspeisen. Die können nämlich auch gut als Deko herhalten oder so allerlei Krimskrams beherbergen. Allerdings stehen die dann ja auf dem Tisch herum und meist wird dadurch das schöne Dekor verdeckt. Anders macht es das richtig coole Label "Frau Ines". Das Vintage-Porzellan wird ordentlich aufgehübscht und kommt dann als Hinkucker direkt an die Wand. Das eröffnet selbstverständlich ganz neue Möglichkeiten! Zum einen kann man mehr Zeug davon kaufen, weil die Schränke dadurch nicht überquellen und zum anderen sind die so irre schick, dass ich in Schockstarre war als ich das Label entdeckte. Jedes Stück ist hier ein Unikat und dadurch sehr besonders.

Und mit großem Vergnügen darf ich Euch die Künstlerin dahinter nun einmal näher vorstellen. Neben dem Porzellan gibt es zudem noch viele weitere feine Sachen von ihr. Aber: Leset und staunet nun selbst! 


Interview mit Ines Häßler von Frau Ines

Du bist ein ziemlicher Tausendsassa: Diplom-Designerin, Illustratorin und Tattoo Artist. Heidewitzka! Was magst Du besonders an dem jeweiligen Beruf?

Für mich fühlt es sich gar nicht wirklich an wie 3 Berufe. Die Idee passiert im Kopf, der Entwurf landet auf dem Papier und dann wird es ins jeweilige Medium übertragen. Ob Teller, Haut oder Papier ist im Endeffekt egal. Die Basis ist ja immer die Gleiche. Den Unterschied macht im Grunde nur der Kunde als individueller Mensch und die Idee, die er/sie mitbringt... und das ist in allen drei Bereichen immer sehr faszinierend und aufregend. Besonders natürlich beim tätowieren. Ich bin immer wieder überwältigt von den Emotionen meiner Kunden wenn sie das fertige Tattoo betrachten. Es gibt kein schöneres Kompliment, als wenn sich jemand für eine Illustration von mir entscheidet, die er dann ein Leben lang auf dem Körper tragen möchte. Wahnsinn. 

Frühaufsteher oder Morgenmuffel. Wann stehst Du morgens auf und was ist das Erste, was Du machst?

Das ist eine gute Frage. So richtig kann ich das gar nicht beantworten. Ich bin nämlich einerseits sehr oft früh wach, liebe es aber andererseits an einem entspannten Tag, ohne frühe Termine, noch ein wenig – ein/zwei Stunden ;) – im Bett zu verweilen und zu lesen. 

Viele Deiner Vintage Porzellan-Unikate zeigen mexikanische Illustrationen, die vom "Dia de los Muertos" inspiriert sind. Was ist genau ist dieser "Dia de los Muertos" und was fasziniert Dich daran dies mit dem Porzellan zu verbinden?

Der „Dia de los Muertos“, auf deutsch „Tag der Toten“ ist ein großer traditioneller mexikanischer Feiertag. Anfang November wird den verstorbenen Angehörigen mit einem riesigen Fest gedacht. Mit üppig geschmückten Gräbern, kunterbunten Altaren und großartigen wilden Paraden, wird drei Tage lang gemeinsam mit den Toten das Leben gefeiert. Dieser positive Umgang mit dem Tod in Verbindung mit all den fröhlichen Farben und Dekorationen, ist einfach sehr faszinierend. Der Tod ist für uns in Europa ein gelerntes Tabuthema und der Totenkopf als Symbol auch sehr negativ behaftet – deshalb finde ich es umso spannender dieses Thema neu aufzurollen und etwas von anderen Kulturen zu lernen. Die für uns vielleicht makaberen aber doch immer lieblichen Totenkopf-Illustrationen schreien einfach nach etwas Rebellion in unserem Alltag. Dieser Ansatz in Kombination mit den spießigen aber wundervollen alten Sammeltassen, ergab für mich den perfekten Match. Spießig und makaber, lieblich und prunkvoll. Das die Mexikaner zum "Day of the Dead" den Verstorbenen selbst die Leibspeise kochen und auf dem Altar platzieren, komplettiert die Kombination meiner Teller mit dem mexikanischen Feiertag.

Our dead are never dead to us, until we have forgotten them.

George Eliot

Warst Du schon mal in Mexiko am "Dia de los Muertos"? Falls ja, wie war das? Erzähl doch mal! Falls nicht, hast Du Pläne dorthin zu fahren?

Den Dia de los Muertos live in Mexiko, genauer gesagt in Oaxaca mitzuerleben war ein (bisher) einmaliges Erlebnis. Die Atmosphäre auf dem Friedhof am ersten Tag, lässt sich in Worten nur schwer beschreiben. Alle Gräber sind kunterbunt geschmückt und mit Blumen nur so überhäuft. Überall sitzen die Angehörigen drum herum und trinken gemeinsam Mezcal zu Gitarren Musik, um die Verstorbenen in der Heimat willkommen zu heißen. Eine wahnsinnig intensive, berauschende, etwas verrückte aber auch sehr faszinierend familiäre Stimmung, die sich da über dem Friedhof breit macht. Bei uns wäre das in der Art und Weise überhaupt nicht denkbar. Die Paraden die am letzten Tag stattfinden sind hingegen sehr ausgelassen, wild und chaotisch bunt. Alle haben sich verkleidet und tanzen kreuz und quer auf den Straßen zu unterschiedlichsten Kapellen und Feuerwerken. Ein wahrhaftiges Fest der Lebensfreude. Ich kann es jedem nur empfehlen das einmal live mitzuerleben.

Wie genau kommen die Motive denn aufs Porzellan?

Die Illustrationen sind alle erst auf Papier gezeichnet, dann digitalisiert und durch eine Transferfolie auf das Keramik gebracht um dann bei 160° eingebrannt und fixiert zu werden. Jedes Stück ist ein Unikat, kein Teller existiert zweimal. 

Die Porzellan-Unikate zieren ja zum Teil auch maritime Motive wie Seemänner oder Totenköpfe. Kommt es daher, dass Du Hamburg und das Nordische gerne magst? Was bedeutet für Dich Hamburg?

Alle Totenköpfe auf den Tellern haben irgendwie etwas persönliches von mir… je nach Stimmung oder aktuellen Vorlieben, Schwärmereien, entwickeln sich unterschiedliche Charaktere. Die maritimen Motive stammen tatsächlich aus der Zeit als ich nach Hamburg gezogen bin. Mit 18 war ich das erste Mal in Hamburg und wusste sofort, das ich hier mal leben möchte. Die Kontraste, die Stimmung, die vielen kreativen Möglichkeiten, aber auch die Gelassenheit und irgendwie auch die Empfindung von Entschleunigung trotz Großstadt hat mir ein wunderbares Gefühl von Zuhause vermittelt.

Emaille Becher "Moin Moin" von Frau Ines
Emaille Becher "Moin Moin"

Ist Dein Einrichtungsstil auch von Vintage Sachen geprägt?

Mein Einrichtungsstil hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Vintage ist toll, jedoch bei mir nicht mehr ganz so präsent wie noch vor Jahren. Ich mag es Neues Reduziertes, mit altem Kitsch und mit individuellen Teilen aus aller Welt zu kombinieren.

Was war das erste Tattoo, das Du für einen Kunden gestochen hast und wie lange hast Du vorher geübt? Was tätowierst Du am liebsten?

Das erste Tattoo – eine Ananas –  habe ich meiner besten Freundin gestochen, die tatsächlich auch schon mehrere Tattoos hatte. Das gegenseitige blinde Vertrauen hat mir komplett die Angst und Nervosität genommen, das war super. Davor habe ich etwa ein, zwei Monate geübt, jedoch ist das Gefühl auf echter Menschenhaut noch mal ein ganz anderes.
Am meisten freue ich mich, wenn sich meine Kunden Wannados von mir raussuchen. Meistens sind das kleine Motive die ich selbst gerne hätte, dh besondere Faibles von mir. 

Du hast ja auch schon Urnen mit Deinen Illustrationen aufgehübscht. Ich finde das eine mega gute Idee! Wie kam es dazu?

Das Atelier von Herzen gestaltet besonders warme, außergewöhnliche und persönliche Urnen. Hintergrund ist Menschen in ihrer Trauer zu unterstützen, indem Sie ihnen die Möglichkeit geben, ihren Gefühlen durch die Wahl des Gefäßes einen besonderen Ausdruck zu verleihen. Dazu gehörten auch handbemalte Urnen. Ich bekam die spannende Anfrage nach einer Kooperation und war direkt begeistert von der Idee.

Was ist Deine größte Schwäche?

Sushi ;)

Was war Deine beste Entscheidung?

Der mutige Schritt zur Selbstständigkeit und damit auch zur Selbstverwirklichung.


Wo bekommt man die feinen Sachen von Frau Ines?

Ihr braucht jetzt auch so Porzellan für die Wand, den Emaille Becher, die Patches und einfach alles? Könnt Ihr bekommen! Und zwar direkt im Online-Shop von Frau Ines.
Falls Es Euch die Tattoos angetan haben, dann sollten Ihr bald mal nach Hamburg fahren und mit Ines einen Termin vereinbaren!

Schlusswort

Bei mir hängen seit ein paar Wochen zwei Vintage Teller mit maritimen Motiven von Frau Ines an der Wand und ich liebe diese einfach! Mich erinnern sie an meine Zeit in Hamburg und haben irgendwie so nen Charakter von rauher, stürmischer See. Richtig schön!

Und was von den tollen Sachen zieht bei Euch demnächst ein?

Liebe Porzellan-Grüße
Kerstin


Photo Credit: Frau Ines

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