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Liebe Grüße Kerstin

7 richtig coole nachhaltige Fair Fashion Labels, die die Modebranche besser machen // Oh Jaja

03. März 2019

Warum ich keine Billigklamotten mehr kaufen kann, über das Thema: Fast Fashion und eine Auswahl an coolen nachhaltigen Small Business Fashion Labels!

Photo by Jacob Nizierski on Unsplash

Wie Ihr wisst mag ich Klamotten shoppen nicht ;) Aber darum soll es heute nicht gehen. Seit längerem beschäftigt mich der Satz: "Wir sind, was wir kaufen." Vermutlich eine simple Abwandlung von "Du bist, was Du isst". Finde ich ziemlich passend und auch spannend sich damit mal zu beschäftigen. Wir kaufen viel und gerne, weil das meistens Spaß macht. Arbeiten gehen, Geld verdienen, die Scheine wieder ausgeben und sich damit belohnen. Für viele ist Shoppen aber ein regelrechtes Hobby. Man kauft sich Dinge, die man oft eigentlich gar nicht braucht. Andererseits ist es ja auch doof, wenn man extra unterwegs war und dann nichts mitgenommen hat. Was denkt die Freundin wohl wenn ich heute Abend nicht was Neues zur hippen Party trage? Ich kann doch nicht vier Stunden suchen und dann nichts mit nach Hause nehmen. Geht nicht. Da macht man eventuell doch einen Notkauf um dann ein neues Stück in den überquellenden Kleiderschrank zu packen.

Ca. 40% der Klamotten, die wir so daheim haben, sind im Schnitt ungetragen. Hilfe! Ich hab da auch so ein paar Ladenhüter hängen. Die wollte ich mal anziehen und immer wenn ich die mal rauskrame, dann entscheide ich mich doch dagegen: zu schick, unpassend, irgendwie bin ich das nicht und das gute Teil wandert wieder in den Schrank. Mittlerweile frage ich mich jedoch verstärkt bei jedem Kleidungsstück das vielleicht einziehen soll: Brauche ich das wirklich? Seit ein paar Monaten habe ich nichts Neues geordert und finde das extrem gut. Spart auch unglaublich Zeit muss ich sagen. Man könnte es auch Klamotten-Shoppen-Fasten nennen ;)

Fast Fashion bezeichnet ein Geschäftsmodell des Textilhandels, bei dem die Kollektion laufend geändert und die Zeit von den neuesten Designs der Modeschöpfer zur Massenware in den Filialen stark verkürzt wird. Die stetige Veränderung des Sortiments soll die Kunden dazu bewegen, die Verkaufsflächen immer wieder aufzusuchen.

Wikipedia

In der klassischen Mode gab es früher pro Modejahr jeweils eine Frühjahr/Sommer- und eine Herbst/Winterkollektion. Das wären dann zwei Zyklen. Mittlerweile sind wir jedoch bei vielen Fashion Labels schon bei sechs Kollektionen angelangt... Bei vielen Billiglabels gibt es da aber sage und schreibe schon ZWÖLF und die Zahl steigt und steigt! Für mindestens jeden Monat was Neues, manchmal sogar wöchentlich... Warum das Ganze? Die Leute sollen öfter kaufen und die Medien haben die Aufgabe auf den neuen Style aufmerksam zu machen. Um schön im Trend zu sein muss man ordentlich viele Teile ordern. Kann ja schlecht mit High Waist Hose rumlaufen wenn jetzt doch wieder Bootcut angesagt ist... Früher dauerte es ungefähr zwei bis drei Monate bis ein neues Modeprodukt im Handel zu erwerben war. Heute dauert das nur noch 12-15 Tage. Die Beschleunigung in der Produktion hat natürlich positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Allerdings geht das enorm zu Lasten der Ökologie und Nachhaltigkeit sieht einfach ganz anders aus.

Zudem ist Mode so günstig wie gefühlt noch nie. T-Shirts für 3€ und Kleider für 15€ sind "normal" geworden. Und gerade wenn es so billig ist, dann kann man das doch einfach noch mitnehmen. Wir besitzen also mehr als früher und zahlen dafür weniger. Irgendwie total absurd. Die Leute kaufen nicht, weil sie etwas brauchen, sondern weil man es sich easy leisten kann. Die Leute, die es herstellen leben am Existensminimum. Sie müssen für einen Hungerlohn unter schwierigsten Bedingungen täglich sehr lange arbeiten - von Kinderarbeit ganz zu schweigen. Damit wir ein schönes billiges Shirt kaufen können. Den Preis den wir für Fast Fashion zahlen ist viel zu hoch und meiner Meinung nach unverantwortlich, wenn ich als Beispiel hier nur an den Fabrikeinsturz in Bangladesch (Rana Plaza) denke. Wir alle sollten unsere Verantwortung hier verdammt ernst nehmen, denn "wir sind, was wir kaufen". Es gibt tolle Alternativen, die faire Bedingungen schaffen und das sollten wir unterstützen. Genau deswegen habe ich mich mal in Richtung nachhaltige, faire und auch extrem coole Fashion Labels umgesehen, die im Bereich "Small Business" unterwegs sind. Ihr werdet staunen was ich da Tolles gefunden habe =)

1. Nova Fernes


"Nova Fernes macht coole, unkomplizierte und sehr bequeme Mode für aktive Frauen die keine Zeit haben, stundenlang das perfekte Outfit zu kombinieren." - so gelesen auf der zugehörigen Webseite. Können die Gedanken lesen? Glaube die meinen mich ;) Ich finde die Klamotten richtig cool: Oberteile mit auffälligen Prints / Applikationen und dazu schlichte Hosen mit guten Schnitten. Das Ganze hat einen verdammt guten Style und ich bin wirklich schwer begeistert von der Marke. Zudem gibt es Capsule Kollektionen bei denen bereits unterschiedliche Dinge gemixed wurden und trotzdem alles gut zusammenpasst. Von jedem Verkauf werden 5€ an den Tierschutz gespendet. Wenn das nicht mal ziemlich cool ist...

Zusätzlich: vegan

 

2. MILCH


Fair reicht Euch nicht? Ihr wollt Upcycling deluxe? Dann lautet die Antwort: MILCH. Das Rohmaterial des Wiener Labels stammt aus Sammelcontainern. Die Inhalte derer werden sortiert und MILCH kauft dort extra ausgewählte Hosen, Hemden, Jeans oder T-Shirts. Bei den Klamotten handelt es sich um mangelhafte B-Ware, die ansonsten auch in SecondHand Shops nicht genutzt werden kann. Danach werden die Einzelstücke gewaschen, komplett zerlegt und in lokalen Produktionsstätten in neuartiger schicker Weise zusammengefügt. Aus Business-Hosen werden beispielsweise Kleider, Röcke oder Blusen. Ziemlich extravagant, aber genial!

Zusätzlich: 100% Upcycling

 

3. Bleed Clothing


Die Mission von bleed lautet: "Zu einem nachhaltigen Lifestyle inspirieren, der Spaß macht und einfach in das tägliche Leben zu integrieren ist." Das gelingt dem Label aus Oberfranken erstaulich gut! Neben dem Fokus auf Nachhaltigkeit verbindet alle Mitarbeiter eine weitere große Leidenschaft: Sport. Die Klamotten werden erstmal selbst auf Herz und Nieren geprüft: beim Skateboard fahren, Joggen oder Surfen in fremden Ländern. Dadurch wird die Kollektion ständig verbessert und muss nicht nur im Alltag sondern auch bei schlechtem Wetter eine richtig gute Figur abgeben. Fazit: coole Streetwear Klamotten mit großem Eco Faktor. Daumen hoch!

Zusätzlich: vegan

 

4. Ästhekika


ÄSTHETIKA bezeichnet sich selbst als Streetwear Label und wurde 2013 von Yves und Malu gegründet. In der eigenen Siebdruckwerkstatt in Berlin entsteht hochwertige nachhaltige Mode durch die Verwendung von biologischen oder recycelten Stoffen. In Handarbeit und mit ganz viel Herzblut werden die einzigartigen Drucke hergestellt. Außerdem arbeitet ÄSTHETIKA mit kleinen regionalen Manufakturen zusammen. Vintage Klamotten bekommen ein neues Design verpasst und starten damit nochmal neu durch um Euch zu begeistern. Qualität, faire Produktion und zeitloses Design - dafür steht das Label!

 

 

5. ThokkThokk


"ThokkThokk ist halt bio, ging leider nicht anders." sagt das Label von sich selbst ;) Das bedeuted, dass alle Teile aus deren Kollektion nach höchsten bio-fairen Standards designed und produziert werden. Nachhaltigkeit steht für die coole Marke ganz weit oben. Zudem übernimmt ThokkThokk auch die soziale Verantwortung und arbeitet mit Partnern vor Ort zusammen. Insgesamt ist der Look als minimalistisch zu beschreiben, aber dabei verdammt gut. Die T-Shirts bestechen durch charakterstarke Prints, die per Sieb- und Digitaldruck hergestellt werden. Damit fallt ihr auf. Im positiven Sinne! Klare Empfehlung meinerseits =)

Zusätzlich: vegan

 

6. Erdbär


Das Eco Fashion Label ERDBÄR steht für authentische Streetstyles aus natürlichen und recycelten Materialien. Designed in Salzburg, produziert in Europa. Die Macher des Labels sind davon überzeugt, dass Mode mehr Menschlichkeit und Fairness braucht: soziale Verantwortung übernehmen, sowohl im Hinblick auf faire Produktionsbedingungen als auch hinsichtlich der Erhaltung natürlicher Ressourcen. Für die Produktion wird ausschließlich Bio Baumwolle, Tencel, Modal oder Leinen verwendet. An Klamotten findet Ihr dort gute Basics und bärige Prints. Hier werden sowohl Mädels als auch Jungs fündig. Seht Euch doch mal bei ERDBÄR um =)

Zusätzlich: vegan

 

7. Lanius

Die grüne Modemarke Lanius entsteht in einem Kölner Atelier. Das Label vertreibt ausschließlich Damenmode und der Schwerpunkt liegt bei Mänteln, Jacken, Kleidern, Röcken und Oberteilen. LOVE FASHION / THINK ORGANIC / BE RESPONSIBLE - so das Credo der Marke von Gründerin Claudia Lanius, das sich seit vielen Jahren ganz der Slow Fashion verschrieben hat. Neue Kollektionen stellt das Label zwei Mal im Jahr her. "Alles begann mit einer Idee: Modemachen mit Rücksicht auf Verluste, Schönes erschaffen mit einem guten Gefühl. Das war 1999 und dieser Vision folge ich bis heute." so die Designerin über Lanius. Vom klassischen Basic-Teil bis hin zu ausgefallenen Mustern ist alles dabei. Ein Blick in den Online-Shop lohnt sich!


Schlusswort

Habt Ihr Euch auch schon öfter die Frage gestellt "Who made my clothes"? Wie seht Ihr das Thema: Nachhaltigkeit und Fair Fashion? Was ist Euch beim Klamotten kaufen wichtig? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen! Vielleicht kann ich mit diesem Artikel ja den ein oder anderen zum Nachdenken anregen und Ihr lasst das nächste Mal die Finger von dem 3€ Shirt, das eh nur im Schrank hängen wird. Falls Ihr ein neues Teil braucht, dann kauft das lieber bei dem kleinen coolen Label, das auch nachhaltig und fair produziert. Denkt mal drüber nach...

Liebe nachdenkliche Grüße
Kerstin

PS: Extrem ans Herz möchte ich Euch zu dem Thema noch den Film "True Cost" legen. Manchmal muss man es leider sehen um es auch wirklich zu glauben.


Photo Credit: Titelbild - Jacob Nizierski on Unsplash

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